EU-Insolvenz: Die Verfahren im Vergleich
Die EU-Insolvenzverordnung knüpft das zuständige Insolvenzgericht an Ihren Lebensmittelpunkt (COMI — Centre of Main Interests). Wer seinen Lebensmittelpunkt tatsächlich in einen anderen EU-Staat verlagert, kann dort das nationale Insolvenzverfahren durchlaufen — mit einer Restschuldbefreiung, die in der gesamten EU und damit auch gegenüber deutschen Gläubigern wirkt.
🇮🇪
Irland
Restschuldbefreiung i. d. R. nach 12 Monaten
Das irische Insolvenzverfahren (Bankruptcy) führt regelmäßig nach etwa einem Jahr zur Restschuldbefreiung, die über die EU-Insolvenzverordnung in Deutschland anerkannt wird. Voraussetzung ist die tatsächliche Verlagerung des Lebensmittelpunkts (COMI) nach Irland.
- Kurze Verfahrensdauer im europäischen Vergleich
- Etabliertes, englischsprachiges Verfahren mit klaren Regeln
- EU-weite Anerkennung der Restschuldbefreiung
🇱🇻
Lettland
Verfahren je nach Tilgungsplan ca. 1–3 Jahre
Das lettische Verfahren kombiniert eine Verwertungsphase mit einem Tilgungsplan, dessen Länge von Schuldenhöhe und Einkommen abhängt. Auch hier gilt: Ohne echten Lebensmittelpunkt in Lettland kein Verfahren.
- Planbare Verfahrensdauer, oft deutlich kürzer als in Deutschland
- Moderate Lebenshaltungskosten
- EU-weite Anerkennung der Restschuldbefreiung
🇪🇸
Spanien
Dauer abhängig vom Verfahrensweg
Über die Ley de Segunda Oportunidad (Gesetz der zweiten Chance) können auch in Spanien Restschulden erlassen werden. Der Verfahrensweg und die Dauer hängen stark vom Einzelfall ab — für Menschen mit ohnehin bestehendem Spanien-Bezug oft die naheliegendste Option.
- Attraktiv bei bestehendem Spanien-Bezug (Wohnsitz, Familie, Tätigkeit)
- Restschuldbefreiung auch für unternehmerische Schulden möglich
- EU-weite Anerkennung der Restschuldbefreiung
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